Indienhilfe Siegburg Prem Sadan e.V.

Society of the Helpers of Mary

"Es ist besser, ein Licht anzuzünden, als über die Dunkelheit zu klagen."

Etwa 500 Millionen Inder leben unter der Armutsgrenze. Für jeden dieser 500 Millionen Menschen bedeutet dies, daß sie sich um die einfachsten Dinge des täglichen Bedarfs sorgen müssen. Es ist für diese Menschen nicht selbstverständlich, täglich ausreichend Nahrung und Wasser zu haben. Wohnung, Kleidung, medizinische Versorgung und Schulausbildung sind nicht gesichert und auf dem untersten Stand.

Die 19 Millionen Stadt Mumbai (Bombay) erlebt täglich eine Flut von etwa 1000 Zuwanderern aus ländlichen Gebieten, die wegen Dürre, Verschuldung und Erbteilung auf ihrem Land kein Auskommen mehr fanden. In der Stadt hoffen sie, Arbeit zu finden. Dort ist der Arbeitsmarkt aber überfüllt; Wohnungen sind knapp und teuer. In Mumbai leben daher mehr als sechs Millionen Menschen in Slums unter erbärmlichen Bedingungen. Die Kinder müssen oft schon mitverdienen und können daher vielfach nicht die Schule besuchen.

Die Society of the Helpers of Mary - kurz Marys - ist eine indische christliche Schwesterngemeinschaft, die es sich seit ihrer Gründung vor über 50 Jahren zur Aufgabe gemacht hat, den Ärmsten der Armen zu helfen. Inzwischen ist die Zahl der Schwestern auf rund 300 angestiegen, die in 51 Stationen in ganz Indien arbeiten:

In den Slums von Mumbai unterhalten sie kleine Schulen, führen Alphabetisierungs- und Rechenkurse für Erwachsene - insbesondere für Frauen - durch, vermitteln eine Berufsausbildung und unterhalten Kranken- und Entbindungsstationen. Vor allem aber sind sie Ansprechpartner für die täglichen Sorgen und Probleme der Slumbewohner. Sie organisieren die Bewohner in Gruppen, die gemeinsam Lösungen für ihre Probleme suchen. So haben die Schwestern in vielen Slums einfache Spar- und Kreditgemeinschaften von armen Frauen initiiert, in denen die Frauen sich gegenseitig helfen, um der Abhängigkeit von Geldverleihern zu entkommen. Oder die Schwestern informieren die Bewohner über ihre Rechte als Bürger der Stadt und unterstützen sie in ihren Forderungen an die Verwaltung, wenn es z.B um Wasserversorgung, Kanalisation oder Müllabfuhr geht.

In den entlegenen ländlichen Gebieten stellen sie medizinische Betreuung für die Dorfbewohner bereit, führen Hygiene- und Kochkurse durch und versuchen durch sogenannte Mutter und Kind Kurse, Kenntnisse zur Verbesserung der Kleinkindernährung und Erziehung zu verbreiten. Neben der direkten medizinischen Versorgung sind die Marys bemüht, die Lebensbedingungen der Dorfbewohner zu verbessern, indem sie z.B. beim Bau von Brunnen, Biogasanlagen und regenfesten Häusern mit Rat und Tat zur Seite stehen.

In Kinderheimen finden Waisen und Sozialwaisen aus den betreuten Slums und Dörfern ein neues Zuhause, Liebe und eine Ausbildung. Jedes Kind wird seinen Fähigkeiten entsprechend gefördert, besucht die Schule und erhält eine Berufsausbildung. So können die Kinder, wenn sie das Heim verlassen, auf eigenen Füßen stehen.

In mehreren Sanitätsstation und zwei Krankenhäusern versorgen die Schwestern Leprakranke, sowie AIDS-infizierte Frauen und Kinder. Die Krankenhäuser verfügen über moderne Operationsäle und eine physiotherapeutische Abteilung.

Leprakranke gelten in der indischen Gesellschaft immer noch als Aussätzige. Um Ihnen nach der Behandlung eine Reintegration zu ermöglichen, sind einem Krankenhaus große Werkstätten angegliedert, in denen Patienten nach der Behandlung eine handwerkliche Ausbildung erhalten. Die Marys haben im weiten Umkreis ein "Leprafrühwarnsystem" für mehrere hunderttausend Menschen aufgebaut: Durch Dorf- und Schulbesuche sowie Aufklärungsarbeit versuchen sie, die von der Krankheit betroffenen Menschen frühzeitig in eine Behandlung einzubeziehen.

Bereits im Februar 1999 starteten die Marys ein Programm das aidsinfizierten Kindern, deren Eltern bereits an der Krankheit verstorben sind, Schutz und ärztliche Behandlung bietet. Die Kinder sind im Schnitt zwischen 3 und 7 Jahre und wurden zum Großteil bereits bei ihrer Geburt mit HIV infiziert. Für aidskranke Frauen wurde zusätzlich ein Hospitz eröffnet.

Die Marys erhalten vom indischen Staat keine finanzielle Unterstützung, sind jedoch als wohltätige Organisation von der Besteuerung freigestellt. Sie haben inzwischen einen Freundeskreis in der indischen Mittel- und Oberschicht aufgebaut, der ihnen regelmäßig mit Sach- und Geldspenden zur Seite steht. Den Großteil der Mittel für ihre Arbeit erhalten die Marys aber aus Deutschland.
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